2. Kukuruz-Kerndl-Cup
Text und Bilder: Achim Tomasits
Endlich war es wieder soweit, der 2. Kukuruz-Kerndl-Cup in Wien vom 5. – 8. Mai stand an. Die 9 Mitglieder des Match-Team-Jagsttal (incl. den 3 Angler vom Sensas-Team-Jagsttal)– begleitet von Markus Fischer vom Mosella-Team-Unterfranken und Jochen Grammig von der SFG Main-Kinzig – machten sich auf den Weg ins schöne Wien. Bereits vor zwei Jahren konnten wir uns von dem Fischreichtum in den Seen rund um die österreichische Hauptstadt überzeugen. Schon Wochen vor dem Event fieberten wir diesem Ereignis entgegen, kaum ein Tag verging an dem wir nicht untereinander telefonierten und uns entsprechende Gedanken für die Carp O’Dromes machten. Zum Glück haben wir in Günter Optypka einen wahren Sportskameraden und Freund, welcher im Vorfeld mit Tipps nicht geizte und uns hervorragend auf unsere Reise eingestellt hat. Er organisierte drei unvergessliche Tage und bescherte der Truppe nicht da gewesene Erlebnisse. Hierzu später näheres.
Am Donnerstag machten wir uns bereits um 5 Uhr auf die lange Reise und trafen uns ca. 8 Stunden später mit Günter auf dem Rasthof Aland in Österreich kurz vor Wien. Bevor wir zum Gasthof weiterfuhren, machten wir einen Abstecher bei Franz Myslivecek, bei welchem wir vor 2 Jahren bereits am See angelten. Die Freude des Wiedersehens war auf beiden Seiten gleich groß. Franz – ehemaliges Kadermitglied - ist ein erfahrener Angler, besonders wenn es sich um die Carp O’Dromes rund um Wien handelt.
Im Gasthof angekommen, dauerte es keine zehn Minuten bis alle ihr Reisegepäck in ihren Zimmern verstaut hatten und sich in ihre Anglerkluft warfen (ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so schnell diese Prozedur durchführte!). Wir wollten nur kurz mal das Wasser und verschiedene Montagen testen, sicher ist sicher. Manche schnappten sich die Bolo-Rute, andere versuchten sich mit der Feeder-Rute und ich entschloss mich eine passende Montage für die Matchrute zu finden. Die „Steckerl“ – wie unsere österreichischen Nachbarn die Poles nennen – ließen wir in den Rutentaschen – es sollte ja nur ein kurzer Gewässercheck werden. Dieser Test machte allen schnell klar, was uns erwartete – Fische satt und was für welche. Hauptfische in diesem See waren Karpfen und Karauschen, vereinzelt werden aber auch Brassen und Barsche gefangen, diese spielen aber eher eine untergeordnete Rolle. Nach ca. zwei Stunden waren wir uns fast alle einig – wir wollten mit der Pole den Fischen nachstellen.
Der Freitag sollte als Trainingstag fungieren und uns auf das anstehende Match am Sonntag mit den österreichischen Anglern vorbereiten. Wecken um halb sieben, Frühstück um halb acht (um 7 Uhr waren alle schon am Frühstückstisch versammelt!) und um 8 Uhr kam schließlich Günter vorbei, um uns abzuholen. Da der See gerade mal 100m hinter dem Gasthof liegt, waren wir um halb neun bereits mit dem Ausladen des Tackles beschäftigt. Ziemlich zügig wurden die Gerätschaften aufgebaut und jeder konnte individuell das Angeln beginnen. Schnell fanden wir die Kanten zwischen 10 und 13 m, manche steckten sogar das 14,5 m Teil auf, was jedoch bei den böigen Winden ein recht schwieriges Unterfangen war. Bei einer Wassertiefe von 5-6 m (eher ungewöhnlich für ein Carp O’Drome) war ein Top 5 von Nöten, ein 14er Gummi, 16er – 18er Hauptschnur durchgehend oder mit einem 14er Vorfach, Haken der Größe 12 zeigten sich als die richtige Wahl. Hier kamen Modelle wie z. B. der Carp Feeder barbless von Fox oder auch der teflonbeschichtete T92.0 von Middy zum Einsatz. Robust müssen die Haken sein, Versuche mit dünndrähtigeren Modellen scheiterten bereits am Trainingstag. Die verwendeten Posen an der Pole hatten eine Tragkraft von 0,6 – 1,5 Gramm, Modelle wir die Jolly von Colmic oder auch die Piestany von Sensas kamen zum Einsatz. Gerade die Piestany mit ihrer Bambus-Antenne trägt einen schwereren Köder bestens und eignet sich dementsprechend für einen Maisköder hervorragend. An der Bolo musste man schon mind. 2 Gramm auflegen, um – bedingt durch den starken Wind – auf die gewünschte Distanz zu kommen. Der Köder für die Karpfen wurde etwas übertieft, ca. 10 cm aufliegend präsentiert. Die Karauschen hingegen konnten kurz über Grund oder auch im Mittelwasser überlistet werden. Eine Zweipunktbebleiung war die effizienteste Wahl, diffizile Bleiketten waren nicht von Nöten. An diesem Trainingstag setzten einige von uns auf diverse Karpfenfertigmischungen, hauptsächlich bestand aber das Füttern aus 2 Ltr. Maden und 6-8 Dosen Mais, z. Tl. eingefärbt mit Fraisix. Das Einlegen des Mais mit Scopex hat sich auch als sehr fängig bewährt. Gefüttert wurde kontinuierlich mit der Schleuder. Gerade die Geräusche beim Auftreffen der Maden und des Mais auf der Wasseroberfläche animierten die Fische sofort zum Biss. Selbst beim Drillen musste man ständig nachschießen, um die Fische am Platz zu halten. Was nun folgen sollte, hatte von uns noch keiner in diesem Maße erlebt. Der 1,8mm Gummi meiner Pole war des öfteren bis zum Maximum gespannt und es wurde einem Angst und Bange, wenn einer diesen Monsterkarpfen wieder einmal gebissen hatten. Der See beinhaltet Karpfen bis zu einem Gewicht von 35 Pfd., da kann sich wohl ein jeder ziemlich schnell vorstellen, dass der Versuch diese Burschen zu landen ein fast aussichtsloses Unterfangen darstellt. Wohl dem, der sich mit der Bolo auf diese gewichtigen Gesellen aufmachte, hier hatte man wenigstens eine minimale Chance den Fisch einmal zu Gesicht zu bekommen. Nach fast sieben Stunden angeln hatte man Arme, als wenn man auf einer Streckbank gelegen hätte. Doch die erlebten Sternstunden – trotz des wechselhaften Wetters - ließen diese Schmerzen bald vergessen machen. Wir waren für den Vergleich mit unseren österreichischen Anglerkollegen gewappnet.
Kampfstarke Karpfen –
aufregende Drills und Fische
satt.
Am Samstag stand der genannte Vergleich an, Günter hatte dies bereits Wochen vorher bei seinen Bekannten publik gemacht und fand schnell ein paar interessierte österreichische Angler, welche den Ländervergleich gerne annehmen wollten. Nach der Platzauslosung im Gasthof fand man sich schnell am nahegelegen See ein. Wir hatten eine Angelzeit von sechs Stunden – von 10 – 16 Uhr – vereinbart. Die Umsetzung der am Vortag gemachten Erfahrungen sollte den Heimvorteil der österreichischen Angler ein bisschen wettmachen. Schnell kristallisierten sich einige Plätze heraus, an denen die Fische öfters mal vorbei schauten. Es wurden kontinuierlich Fische gefangen – vornehmlich Karpfen und Karauschen. Die Stückgewichte bei den Karpfen lagen im Durchschnitt um die 6, bei den Karauschen um die 2 Pfundmarke. Es wurden aber auch Exemplare bis zu 10 kg! erbeutet. Volker Götz vom Match-Team-Jagsttal konnte einen ca. 20 Pfd. schweren Amur auf die Schuppen legen. Er wird wahrscheinlich noch Jahre lang von dem aufregenden Drill dieses Fisches an seiner Bolo-Rute zehren können. Seine 14er Schnur konnte er jedoch nach dem Drillen in den Mülleimer werden – sie war unbrauchbar geworden. Wir verkauften uns wahrlich nicht schlecht und hielten die Fahnen des MatchAngler Forums hoch. So konnte Jochen Grammig vom der SFG Main-Kinzig einen hervorragenden dritten und ich einen guten zweiten Platz erkämpfen. Anzumerken ist auch noch die Leistung von Markus, der einen Karpfen 3,5 Stunden drillte. Hätte er in dieser Zeit normal weiterfischen können, wäre sicherlich auch eine Top-Platzierung zu Stande gekommen. Zu guter letzt kam auch die humoristische Seite nicht zu kurz als auf einmal ein Top-Set – senkrecht aus dem Wasser ragend – den See durchpflügte. Die düstere Miene von Andreas (Magic) ließ schnell erahnen, wem dieses Top gehörte. Zum Glück hatten wir in Thomas (Polake) eine Wasserrate mit dabei. Er erklärte sich sofort dazu bereit, in dem doch noch kühlen Wasser eine Schwimmeinlage zu absolvieren und Magic’s Top zu retten. Natürlich mit dem daran hängenden Karpfen. Insgesamt wurden von den teilnehmenden Anglern ein Gesamtgewicht von knapp 300 kg erbeutet, Schwerstarbeit par Excellence. Nach dem gemeinsamen Angeln wurde eine kleine Ehrung der fünf besten Angler durchgeführt und anschließend war noch ein gemütliches Beisammensein angesagt.
Viel zu schnell vergingen die drei Tage, doch in einem waren sich alle sicher, wir kommen wieder!
An dieser Stelle möchte ich mich bei unserem Freund Günter, der Familie Hödl und dem MatchAngler bedanken. Dank an Günter für seine super Organisation, der Familie Hödl für die gute Verpflegung und Unterkunft und dem MatchAngler für die Möglichkeit, wirklich tolle Angler und Freunde gefunden zu haben. Unabhängig von den Farben in denen wir angeln, die Chemie stimmt und wird uns und unserem Hobby sicherlich sehr viel bringen.
Ergebnisliste Vergleichsangeln (Top 5):

Auch die kleineren Karauschen
lieferten spannende Drills